Klein aber oho: unterschätzte Götterfrucht - Wein und Oliven nutzten schon die Römer für ihre Gesundheit

Weltweit gibt es fast 300 Olivensorten, darunter alle Arten von Geschmäckern. Oliven haben in unseren Kreisen vor allem durch das Olivenöl eine breite Bekanntheit erreicht. Das Öl, wie auch die Frucht sind extrem gesund. Um die positive Wirkung dieser auf den Körper wussten schon die Römer, Griechen und Ägypter. Durch die immensen Vorräte an ungesättigten Fettsäuren schützen Oliven vor Herzerkrankungen, senken den Cholesterin-Spiegel und sind durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe ein echtes Beautygeheimnis.

300 Sorten - unzählige Aromen
Olivenöl erfreut sich schon seit Langem wachsender Beliebtheit. In Tirol werden meist Oliven aus Griechenland (Kalamata, Colossal), Spanien (Arbequina), Frankreich (Picholine), Portugal (Galega) oder Italien (Coratina, Taggiasca) angeboten. Der Geschmack der Götterfrucht selbst scheidet immer noch die Geister. „Das sind Vorurteile“ meint Markus Triebert, von Frank's Oliven in der Innsbrucker Markthalle. „Es gibt so viele Sorten. Die Geschmäcker variieren von süß, über salzig bis hin zu bitter und  auch sauer. Die einen haben ein intensives Speckaroma und andere wiederum sind so süß, dass Kinder sie gerne mögen. Das ist, als würde man Vanilleeis kosten und behaupten, dass man absolut kein Eis mag“ weiß der Olivenexperte und rät dazu, einfach mal verschiedene Sorten auszuprobieren.

Gesundheits- und Schönheitselixier
Mit dem Rat mehr Oliven zu essen, wäre vermutlich auch jeder Arzt einverstanden, denn medizinische Studien haben ergeben, dass die im Olivenöl enthaltenen gesättigten Fettsäuren den Blutdruck senken, so das Herz schützen und Arterienverkalkung vorbeugen.  Sie enthalten außerdem viele Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin E, Mineralstoffe, Spurenelemente und auch sekundäre Pflanzenstoffe, von denen man weiß, dass sie die Krebserzeugenden Onkogene im Blut reduzieren. Auch auf den Stoffwechsel haben Oliven eine positive Wirkung. Sie wirken verdauungsfördern und sind hilfreich bei Verstopfung und Blähungen. Oliven machen aber nicht nur von innen schön, sondern auch von außen. Das Öl der Früchtchen mit dem festen Fleisch reinigt, pflegt, schützt die Haut vor dem Austrocknen und vor zu schneller Alterung. Dabei helfen Betakarotin und Vitamin E, die in Oliven reichlich enthalten sind. Massagen mit Olivenöl fördern die Durchblutung, und in Studien wurde nachgewiesen, dass Olivenöl sogar rheumatischen Beschwerden vorbeugen kann.

Schwarz besser als Grün?
Ein immer wieder auftauchendes Vorurteil ist, dass schwarze Oliven hochwertiger seien als grüne. „Die Farbe sagt nichts über die Sorte oder Herkunft der Oliven aus sondern über den Reifezustand“ weiß Markus Triebert. Am Anfang ist jede Olive grün und reift am Baum bis sie zuerst violett und ganz am Ende schwarz wird. Die bereits im grünen oder violetten Zustand geernteten Oliven sind fester und härter als die schwarzen. Die Früchte werden in Salzlake oder Öl eingelegt und verschiedene Kräuter oder Gewürze verfeinern das Aroma, was wie bei Weinen zu einer Geschmacksvielfalt führt. „Abstand nehmen sollte man aber vor schwarz eingefärbten Oliven. Aus Kostengründen werden hier grüne Oliven gefärbt und für wenig Geld verkauft. Der Geschmack ist natürlich nicht der Selbe und die Farbstoffe möchte auch nicht jeder essen“ meint der Olivenexperte.


Drei aus 300
Verschiedene Sorten der Götterfrucht werden bei einer Verkostung von Frank's Oliven in der Innsbrucker Markthalle zusammen mit ausgewählten Jungweinen des Weinfachhandels Vinum'In verkostet.

Ursprünglich kultiviert in “Gard”, in Südfrankreich, werden die Picholine Oliven heute weltweit gezüchtet. Sie wird für die Pressung von Olivenöl verwendet, besser bekannt ist sie allerdings als Cocktail-Olive, denn sie liegt klassischerweise in einem Martini – bekannt aus den James Bond Filmen. Ihr Charakter ist nussig, grasig und fruchtig mit leichter Bitternote. Man könnte sie auch als “Anfängerolive” bezeichnen, denn sie ist mild genug, dass Kinder sie für gewöhnlich auch gern mögen. Neue Ernte eingetroffen!

Aus Tunesien kommt die besonders kleine Olivensorte Sahli, die sich in Europa wachsender Beliebtheit freut. Sie zählt mittlerweile als Geheimtipp unter Olivenliebhabern und ist sehr herzhaft und würzig im Geschmack. Diese spezielle Sorte Oliven kann nur im Januar und Februar und ausschließlich per Hand geerntet werden. Bei dieser schonenden Erntemethode wird die Fruchthaut nicht beschädigt und eine entsprechend hohe Qualität der Oliven ist das Ergebnis.  
  
Arbequina Oliven aus Spanien sind ein echtes Highlight, sie haben den Spitznamen „vegetarischer Speck“ und das nicht ohne Grund. Sie sind hocharomatisch und schmecken butterig, fruchtig-mild, verfügen über wenig Bitterstoffe und haben im Abgang den Geschmack von Speck inne. Die relativ kleinen Arbequinas sind eine der meistgezüchteten Olivensorten und werden unter hoher Luftfeuchtigkeit angebaut. Die Sorte ist extrem Ölhaltig und werden deshalb gerne zur Herstellung von Olivenöl genutzt.