Kühtai Solar, die neue alpine Photovoltaikanlage auf 2.350 Meter, die bis Ende November im Bereich Schwarzmoos im Skigebiet Kühtai in Tirol errichtet wird, zeigt auf innovative Weise, dass Sonnenstrom nicht nur im Sommer produziert werden kann. Die Anlage ist speziell auf das Hochgebirge und winterliche Verhältnisse abgestimmt und erzeugt einen beträchtlichen Anteil der Energie während der Wintermonate – und damit genau in jener Jahreszeit, in der der Energiebedarf im Skigebiet Kühtai besonders hoch ist.
Spezielle Konstruktion ermöglicht wirtschaftliche Stromerzeugung auch im Winter
Das gelingt vor allem durch die spezielle Konstruktion der PV-Anlage mit vertikal aufgestellten, bifazialen Solarmodulen, die das Sonnenlicht auf beiden Seiten aufnehmen und in Strom umwandeln können. Die Modulunterkante befindet sich rund 1,80 Meter über dem Boden und damit ist die Anlage speziell auf schneereiche alpine Bedingungen ausgelegt. Zusätzlich sind die PV-Module vom Winkel her so montiert, dass sie auch im Winter bei niedrigem Sonnenstand eine ansprechende Menge an Strom produzieren können.
„Unsere Anlage ist durch die spezielle Konstruktion so konzipiert, dass wir im Winter eine sehr wirtschaftliche Erzeugung von Sonnenstrom erreichen und das unterscheidet uns klar von herkömmlichen PV-Anlagen dieser Dimension im Tal. Trotz kürzerer Tagesdauer und geringerer Sonnendauer im Winter kommen wir mit diesem Ansatz auf ein respektable Menge an Strom“, erklärt Betriebsleiter und Prokurist Wilhelm Mareiler von den Bergbahnen Kühtai.
Im Vorfeld wurde die Stromproduktion in dieser Höhenlage und an diesem Standort über zwei Jahre mit einer Versuchsanlage getestet und anschließend auf die tatsächliche Größe der Anlage hochgerechnet. Die Ergebnisse zeigen das besondere Potenzial des Standorts für die Stromerzeugung im Winter: Rund 60 Prozent des prognostizierten Jahresertrags werden im Winterhalbjahr von Oktober bis März erzeugt. Dazu trägt insbesondere die nahezu senkrechte, um 90 Grad geneigte Unterkonstruktion bei, die auch in schneereichen Monaten eine hohe Stromproduktion ermöglicht.
Wie Schnee für „Kühtai Solar“ zum großen Sonnenstrom-Vorteil wird
Das heißt, dass Schnee ganz bewusst zum Vorteil wird: „In unserem System bleiben die erhöhten und hängenden PV-Modulen vom Schnee weitgehend frei. Das hat den großen Vorteil, dass wir mit unserer Anlage nicht nur direkte Sonnenstrahlen umwandeln können, sondern auch das reflektierte Licht durch den Schnee über die Rückseite der Module genutzt werden kann. Die erhöhte Montage unterstützt diesen Effekt und sorgt dafür, dass die Module auch bei größeren Schneemengen Strom produzieren können“, sagt dazu Michael Walch von der Baufirma HTB. So wird Schnee im Kühtai vom möglichen Hindernis zum Vorteil für die Energieproduktion. Gemeinsam mit der Höhenlage und der vertikalen Ausrichtung entsteht so ein Erzeugungsprofil, das sich deutlich von klassischer Photovoltaik unterscheidet und einen hohen Winterstromanteil ermöglicht. Zudem ergänzt die Winterproduktion die überwiegend sommerlichen Erzeugungsspitzen klassischer Photovoltaikanlagen und kann damit zu einer geringeren Netzbelastung beitragen.
Regionale Stromerzeugung, direkt genutzt und nachhaltig
Ein wesentlicher Vorteil von Kühtai Solar liegt darin, dass der Strom dort produziert wird, wo er auch benötigt wird. Die erzeugte Energie kann direkt im Skigebiet genutzt werden und trägt damit zu einer regionalen und nachhaltigeren Energieversorgung bei. Jene Strommenge, die über den Bedarf hinaus produziert wird, kommt wiederum regionalen Energiegemeinschaften zugute. Auch beim Flächenverbrauch bietet die vertikale Bauweise klare Vorteile: Die PV-Anlage erstreckt sich über eine Fläche von rund einem Fußballfeld, tatsächlich verbaut bzw. versiegelt werden davon jedoch lediglich rund 12,5 Quadratmeter – das entspricht in etwa der Fläche eines Parkplatzes. Die Module stehen schmal in Reihen, sodass der überwiegende Teil des Bodens frei und weitgehend unberührt bleibt. Gerade im sensiblen alpinen Raum ist diese äußerst geringe Bodeninanspruchnahme ein wesentlicher Nachhaltigkeitsfaktor.





