REHA Zentrum Münster: Wenn das Herz Hilfe braucht

Spezialisierte kardiologische Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen


Bewegung, Nichtrauchen und regelmäßige Vorsorge senken das persönliche Risiko deutlich. Nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation hilft das REHA Zentrum Münster, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen und dauerhaft herzgesund zu leben.

Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel schädigen die Gefäße oft über Jahre, bevor erste Beschwerden auftreten. Der Weltherztag am 29. September erinnert daran, wie wichtig Vorsorge, Früherkennung und konsequente Behandlung sind. „Ein gesunder Lebensstil ist keine Garantie, niemals an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden. Wir können unser Risiko damit aber wesentlich senken", sagt Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Kirchmair, Departmentleiter Kardiologie am REHA Zentrum Münster. „Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Rauchverzicht sowie gut eingestellte Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckerwerte gehören zu den wichtigsten Maßnahmen für ein gesundes Herz."

Vorsorge ermöglicht frühes Handeln
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkennen Risikofaktoren, bevor Beschwerden auftreten. „Gerade wenn schon bei relativ jungen Patient:innen erste Gefäßveränderungen festgestellt werden, kann man rechtzeitig gegensteuern", so Kirchmair. „Konkrete Befunde erhöhen bei vielen Menschen auch die Bereitschaft, mit dem Rauchen aufzuhören oder ein cholesterinsenkendes Medikament zuverlässig einzunehmen." Betroffen sind nicht nur ältere Menschen: Auch 40- oder 50-Jährige erleiden Herzinfarkte, Männer dabei häufiger. Nach den Wechseljahren steigt das Risiko auch bei Frauen deutlich. Arteriosklerose und Herzklappenerkrankungen wie die Aortenklappenstenose treten dagegen vor allem im höheren Alter auf.

Moderne Medizin hilft, Reha macht den Unterschied
Verschlossene Herzkranzgefäße lassen sich oft schon während der Herzkatheteruntersuchung mit einem Stent versorgen, bei ausgeprägten Verengungen hilft eine Bypassoperation – heute weitgehend Routineeingriffe. Auch Herzklappenerkrankungen und Herzschwäche, etwa nach mehreren Infarkten, lassen sich medikamentös gut behandeln. „Die moderne Medizin kann sehr gut helfen. Entscheidend ist danach, das eigene Leben nachhaltig umzustellen", sagt Kirchmair. „Die Reha bietet dafür ideale Voraussetzungen: Wir begleiten die Patient:innen über einen längeren Zeitraum, bauen die Belastbarkeit kontrolliert auf und erarbeiten konkrete Veränderungen für den Alltag."

Vertrauen in den eigenen Körper zurückgewinnen
Nach einem Herzinfarkt oder einer Operation reagieren viele Patient:innen ängstlich auf jedes körperliche Signal und ziehen sich zurück. Im REHA Zentrum Münster lernen sie unter medizinischer und therapeutischer Aufsicht, dass Bewegung nicht nur wieder möglich, sondern ausdrücklich erwünscht ist. Ausdauer- und Krafttraining sowie Physiotherapie steigern die Belastbarkeit schrittweise, während Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Medikation laufend angepasst werden. „Die Patient:innen erleben in einem geschützten Rahmen, dass sie sich wieder anstrengen dürfen und dass Bewegung ihnen guttut", so Kirchmair. „Das gibt Sicherheit und stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper."

Für jedes Lebensalter das passende Programm
Im REHA Zentrum Münster werden ebenso junge Herzinfarktpatient:innen wie hochbetagte Menschen nach einer Herzklappenoperation behandelt. Die Programme richten sich daher nicht allein nach der Diagnose, sondern nach Allgemeinzustand, Leistungsfähigkeit und persönlichen Zielen – Medizin, Pflege, Physio- und Sporttherapie sowie Ernährungsberatung arbeiten dafür eng zusammen.

Herz und Psyche gemeinsam behandeln
Ein Herzinfarkt oder eine große Operation kann Angst und depressive Verstimmungen auslösen. „Wir fragen unsere Patient:innen bewusst, wie sie ihre Erkrankung psychisch verarbeitet haben. Wer stark belastet ist, erhält psychologische Unterstützung", sagt Kirchmair. Österreichweit – und ab Herbst auch im REHA Zentrum Münster – entsteht dafür ein eigenes psychokardiologisches Reha-Angebot: Patient:innen mit besonders ausgeprägten psychischen Beschwerden sollen künftig zusätzlich vertiefte psychologische beziehungsweise psychiatrische Betreuung erhalten.

Fünf Bereiche unter einem Dach
Das REHA Zentrum Münster zählt zu den größten Rehabilitationseinrichtungen Österreichs und deckt die Bereiche Herz-Kreislauf, Neurologie, Lunge, Onkologie und Psychosoziale Gesundheit ab – die enge Zusammenarbeit der Fachrichtungen ermöglicht es, Begleiterkrankungen und psychische Belastungen mitzubehandeln.„Es ist nie zu früh, auf sein Herz zu achten – und nach einer Herzerkrankung nie zu spät, wieder aktiv zu werden", so Kirchmair. „Entscheidend ist, den ersten Schritt zu machen und dranzubleiben."

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