Nach einem Schlaganfall stehen zwei Ziele im Mittelpunkt: das Risiko eines weiteren Ereignisses zu senken und die Betroffenen dabei zu unterstützen, möglichst viel Selbstständigkeit und Teilhabe zurückzugewinnen. OA Dr. Michael Rücker, Facharzt für Neurologie am REHA Zentrum Münster, erläutert, wie Sekundärprävention und Rehabilitation ineinandergreifen.
„Nach der Akutbehandlung ist es entscheidend, bestehende Risikofaktoren konsequent zu behandeln und gleichzeitig frühzeitig mit der Rehabilitation zu beginnen. Beides trägt dazu bei, die langfristige Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern“, erklärt Dr. Rücker.
Sekundärprävention senkt das Risiko eines weiteren Schlaganfalls
Nach einem Schlaganfall ist es besonders wichtig, beeinflussbare Risikofaktoren gezielt und dauerhaft zu behandeln. Dazu gehören vor allem Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, exzessiver Alkoholkonsum und bestimmte Herzrhythmusstörungen. Regelmäßige ärztliche Kontrollen von Blutdruck, LDL-Cholesterin und Blutzucker sowie eine konsequente medizinische Behandlung können dazu beitragen, das Risiko eines weiteren Schlaganfalls deutlich zu senken.
Lebensstil ist wichtiger Bestandteil
Auchder Lebensstil ist ein wichtiger Bestandteil der Sekundärprävention. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein gesundes Körpergewicht unterstützen die Gefäßgesundheit. Dabei muss es nicht immer intensiver Sport sein: Schon Spaziergänge, Schwimmen oder Gymnastik stärken das Herz-Kreislauf-System und lassen sich gut in den Alltag integrieren.
„Sekundärprävention muss individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt sein. Entscheidend ist, bekannte Risikofaktoren dauerhaft gut einzustellen, die medizinisch festgelegten Zielwerte zu erreichen und die vereinbarten Maßnahmen konsequent in den Alltag zu integrieren“, betont Dr. Rücker.
Rehabilitation fördert Selbstständigkeit und Teilhabe
Nach der Akutbehandlung sollte die Rehabilitation möglichst früh beginnen. Ihr Ziel ist es, beeinträchtigte Fähigkeiten bestmöglich wiederzuerlangen und die Selbstständigkeit sowie die Teilhabe in wichtigen Lebensbereichen zu verbessern. Auch wenn der Schlaganfall schon längere Zeit zurückliegt, können durch gezielte Therapien noch deutliche Fortschritte erzielt werden.
Im REHA Zentrum Münster werden zu Beginn gemeinsam mit den PatientInnen individuelle und realistische Rehabilitationsziele festgelegt. Im Mittelpunkt stehen nicht nur einzelne körperliche Funktionen, sondern vor allem konkrete Anforderungen des täglichen Lebens. Dabei kann es beispielsweise darum gehen, den Alltag wieder selbstständig zu bewältigen, Aufgaben in der Familie zu übernehmen oder in den Beruf zurückzukehren.
Konsequente Sekundärprävention ist wesentlicher Bestandteil der Behandlung
ÄrztInnen, TherapeutInnen, PsychologInnen, DiätologInnen und Pflegekräfte arbeiten eng zusammen und stimmen die Behandlung auf die persönliche Situation und die vereinbarten Rehabilitationsziele ab. Ergänzend können moderne robotergestützte Verfahren eingesetzt werden. Sie ermöglichen es beispielsweise, Bewegungen von Hand und Arm häufig und kontrolliert zu wiederholen – ein wichtiger Bestandteil des motorischen Trainings.
„Robotergestützte Therapie kann das Training sinnvoll ergänzen und zusätzliche Übungsmöglichkeiten schaffen. Entscheidend bleibt aber die persönliche Begleitung durch die TherapeutInnen“, betont Dr. Rücker. „Rehabilitation bedeutet, gemeinsam mit den Betroffenen konkrete und alltagsrelevante Ziele zu verfolgen und Schritt für Schritt mehr Selbstständigkeit und Teilhabe zu ermöglichen. Die konsequente Sekundärprävention ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der weiteren Behandlung“, so Dr. Rücker.
Aus der rehabilitativen Praxis
„Wenn wir gemeinsam mit den PatientInnen ein realistisches und alltagsrelevantes Ziel festlegen, ist es eine große Freude zu sehen, mit wie viel Motivation sie darauf hinarbeiten und welche Fortschritte dadurch möglich werden. Eine engagierte multiprofessionelle Zusammenarbeit unterstützt diesen Weg entscheidend“, so Dr. Rücker.
Über das REHA Zentrum Münster
Das REHA Zentrum Münster ist auf die Rehabilitation von Menschen mit neurologischen Erkrankungen spezialisiert. Ein interprofessionelles Team entwickelt gemeinsam mit den PatientInnen individuell abgestimmte Therapieziele und begleitet sie dabei, Fähigkeiten zurückzugewinnen, ihre Selbstständigkeit zu stärken und die Teilhabe am Alltag nachhaltig zu verbessern.
Weitere Informationen unter www.reha-muenster.at

