Großes Interesse, intensive Begegnungen und viele persönliche Gespräche prägten die Vernissage zur Ausstellung von Wolfgang Schuler im REHA Zentrum Münster. Zahlreiche Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, die Werke des Tiroler Künstlers im Foyer des Hauses zu erleben und mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen.
Ausstellungen haben im REHA Zentrum Münster seit Anbeginn einen festen Platz. Sie sind Ausdruck eines Hauses, das Rehabilitation nicht allein medizinisch denkt, sondern den Menschen in seiner Gesamtheit in den Blick nimmt. „Rehabilitation bedeutet immer auch, neue Perspektiven zu gewinnen. Kunst kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, weil sie berührt, irritiert, stärkt und Bewegung auslöst – innerlich wie äußerlich. Mit Ausstellungen wie jener von Wolfgang Schuler schaffen wir im REHA Zentrum Münster Räume, die über die medizinische Versorgung hinauswirken“, betont Geschäftsführer Mag. Georg Glerton. Auch Gesundheits-Landesrätin Cornelia Hagele unterstreicht die Bedeutung solcher Impulse: „Kunst kann Menschen erreichen, wo Worte oft nicht mehr ausreichen. Sie spricht Körper und Seele gleichermaßen an und kann gerade in Zeiten der Rehabilitation wertvolle Impulse geben. Ich danke dem Team des REHA Zentrums Münster, dass es mit solchen Ausstellungen immer wieder Räume schafft, die Heilung ganzheitlich denken und erlebbar machen.“
Kunst schafft neue Zugänge
Die Ausstellung fügt sich damit stimmig in das Verständnis des Hauses ein: Kunst kann berühren, Perspektiven verändern und Heilungsprozesse auf besondere Weise begleiten. Kunst schafft Räume für Begegnung, Reflexion und neue Zugänge – gerade auch in Phasen körperlicher und seelischer Belastung. Mit seiner Ausstellung öffnet Wolfgang Schuler Bildwelten, die weit über das rein Sichtbare hinausgehen. Zu sehen sind eindrucksvolle Landschaften, intensive Porträts und Arbeiten, die Aufmerksamkeit, Präsenz und Auseinandersetzung verlangen. Seine großformatigen Werke richten den Blick auf den Menschen, seine Verletzlichkeit, seine Ausdruckskraft und seine inneren Spannungen. „Ein Bild zu malen bedeutet für mich, eine erweiterte Sicht auf die Welt zu schaffen. Gedanken, Emotionen und Visionen drängen nach Ausdruck. Was daraus entsteht, bleibt offen für die Wahrnehmung der Betrachterinnen und Betrachter“, sagt Wolfgang Schuler.
Vom Handwerk zur unverwechselbaren Bildsprache
Geboren in Brixlegg, erhielt Schuler seine künstlerische Grundausbildung an der Glasfachschule Kramsach. Anschließend studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Anton Lehmden. Früh rückte dabei der Mensch in den Mittelpunkt seines Schaffens. Die intensive Auseinandersetzung mit Anatomie, Ausdruck und Präsenz prägt seine Arbeiten bis heute – präzise, kompromisslos und von großer emotionaler Tiefe. Seine Werke waren bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, unter anderem in Paris, New York und Seoul. Mehrere Auszeichnungen, darunter der Theodor-Körner-Preis, unterstreichen die Bedeutung seines künstlerischen Schaffens weit über Tirol hinaus.
Porträts von Persönlichkeiten von Welt
Besondere Aufmerksamkeit erlangte Wolfgang Schuler mit seinen Porträts bedeutender Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Gesellschaft. Zu den von ihm dargestellten Persönlichkeiten zählen unter anderem Herbert von Karajan, Viktor Frankl, Karl Popper, Norman Mailer, Alexander Solschenizyn, der Dalai Lama sowie Margaret Thatcher, Rudolf Kirchschläger, Franz Josef II. von Liechtenstein und der frühere japanische Premierminister Takeo Fukuda.
Zwischen Realität und verrückten Welten
Neben Landschaften und Porträts eröffnet Schuler auch Räume jenseits des logisch Erklärbaren. Seine „ver-rückten“ Welten sind bevölkert von Fabelwesen, grotesken Figuren und metaphorischen Szenerien. Sie brechen mit gewohnten Sehweisen und führen in Bildräume, in denen sich Fantasie, Unbewusstes und Wirklichkeit überlagern. Die Ausstellung ist über den ganzen Sommer hinweg zu sehen.
Begeistert von der Vernissage waren neben den Reha Münster Geschäftsführern Stefan Günther, Georg Glerton und Lorenz Hohenauer auch Bürgermeister Thomas Mai, Musiker Franz Posch, Franz (Tiroler Versicherung) und Anna Mair (Spar Mair), Herbert Peer und Birgit Pleifer.




