Weg vom blauen Dunst: Warum Rauchstopp ein zentraler Schritt für die Gesundheit ist

Im REHA Zentrum Münster ist Raucherentwöhnung fixer Bestandteil der pneumologischen Rehabilitation


Rauchen zählt nach wie vor zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2026 weist das REHA Zentrum Münster auf die weitreichenden Folgen des Tabakkonsums hin und betont die Bedeutung professioneller Unterstützung beim Rauchstopp. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf E-Zigaretten, Tabakerhitzern und ähnlichen Produkten: Sie sind aus medizinischer Sicht keine empfohlene Methode zur Raucherentwöhnung.

Zigarettenrauch enthält eine Vielzahl gesundheitsschädlicher Substanzen. Neben lungengängigen Feinstaubpartikeln gelangen zahlreiche toxische und krebserregende Stoffe in den Körper. Besonders stark betroffen sind Mund, Hals-Nasen-Ohren-Bereich, Bronchien und Lunge. Die Schleimhäute werden dauerhaft gereizt, Entzündungen können chronisch werden. Häufige Folgen sind chronische Bronchitis, der typische Raucherhusten oder langfristig eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD. „Rauchen schädigt nicht nur die Atemwege. Es belastet den gesamten Organismus und erhöht das Risiko für zahlreiche schwerwiegende Erkrankungen", erklärt Kai Bromm, Leitender Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin am REHA Zentrum Münster. Besonders problematisch ist die Schädigung der Lungenbläschen, die für den Gasaustausch verantwortlich sind. Werden sie dauerhaft beeinträchtigt, kann die Lungenfunktion deutlich abnehmen. Zusätzlich schwächt Rauchen die natürlichen Reinigungsmechanismen der Atemwege. Sekret sammelt sich leichter an, Infektionen treten häufiger auf und bestehende Atemwegserkrankungen können sich verschlechtern.

Erhöhtes Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall
Die gesundheitlichen Folgen des Rauchens reichen weit über die Lunge hinaus. Rauchen fördert Gefäßverkalkungen und erhöht damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen. Es beeinflusst unter anderem Blutfettwerte, Blutgerinnung und Sauerstofftransport im Blut. Das im Rauch enthaltene Kohlenmonoxid kann dazu führen, dass weniger Sauerstoff zu Organen und Gewebe transportiert wird. Mögliche Folgen sind neben Herzinfarkt und Schlaganfall auch Durchblutungsstörungen der Beine mit belastungsabhängigen Schmerzen sowie erektile Dysfunktion. Auch bei zahlreichen Krebserkrankungen spielt Rauchen eine wesentliche Rolle. Besonders bekannt ist der Zusammenhang mit Lungenkrebs. Das Risiko, an einem Bronchialkarzinom zu erkranken, steigt mit der Menge der täglich gerauchten Zigaretten, der Dauer des Rauchens, der Inhalationstiefe und weiteren Faktoren. Aber auch Tumore im Mundraum, im Kehlkopf, an der Speiseröhre, Blase, Niere oder Bauchspeicheldrüse werden mit Tabakkonsum in Verbindung gebracht.

Rauchen schadet nicht nur dem eigenen Körper
Rauchen betrifft nicht nur die Person, die zur Zigarette greift. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit jährlich rund 7 Millionen Menschen durch Tabakkonsum – davon etwa 1 Million durch Passivrauchen. Viele Raucherinnen und Raucher unterschätzen dabei, dass Schadstoffe auch dann in die Wohnräume gelangen, wenn ausschließlich im Freien oder auf der Terrasse geraucht wird: Giftstoffe haften an Kleidung und Händen und werden so ins Haus mitgetragen. Besonders gefährdet sind Kinder. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass passivrauchende Kinder deutlich häufiger an Asthma, Atemwegs- und Mittelohrinfektionen erkranken.

Rauchen erschwert Behandlungen und Heilungsprozesse
Rauchen kann auch den Verlauf medizinischer Behandlungen negativ beeinflussen. Bei Operationen treten Komplikationen bei Raucherinnen und Rauchern häufiger auf. Auch Krebstherapien, etwa Chemo- oder Strahlentherapien, können durch Rauchen belastet werden. Neben der möglichen Beeinträchtigung der Wirkung kann auch die Lebensqualität während einer Behandlung sinken. Eine vorgeschädigte Lunge stellt zudem bei Atemwegsinfektionen ein zusätzliches Risiko dar. Kommt es etwa zu schweren Lungenentzündungen, können Patientinnen und Patienten mit bereits eingeschränkter Lungenfunktion deutlich stärker betroffen sein und intensivere medizinische Betreuung benötigen.

E-Zigaretten und Tabakerhitzer sind keine empfohlene Raucherentwöhnung
In den vergangenen Jahren haben E-Zigaretten, Tabakerhitzer wie IQOS und ähnliche Produkte stark an Bedeutung gewonnen. Sie werden häufig als vermeintlich weniger belastende Alternative zur klassischen Zigarette wahrgenommen. Aus medizinischer Sicht ist jedoch Vorsicht geboten.„E-Zigaretten, Tabakerhitzer und vergleichbare Produkte sind nicht als geeignete oder empfohlene Methode zur Raucherentwöhnung zu sehen", betont Kai Bromm. Auch wenn sich einzelne Produkte in ihrer Zusammensetzung unterscheiden, können verdampfte oder erhitzte Inhaltsstoffe die Atemwege reizen. Zudem bleibt häufig die Nikotinabhängigkeit bestehen oder wird lediglich auf ein anderes Produkt verlagert. Für einen nachhaltigen Rauchstopp braucht es daher mehr als den Wechsel des Konsumprodukts. Entscheidend sind Aufklärung, Motivation, medizinische Begleitung und konkrete Strategien, um Abhängigkeit und Gewohnheiten dauerhaft zu überwinden.

Raucherentwöhnung als fixer Bestandteil der pneumologischen Reha
Im REHA Zentrum Münster ist Raucherentwöhnung ein fixer Bestandteil der pneumologischen Rehabilitation. Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen werden dabei unterstützt, die Auswirkungen des Rauchens besser zu verstehen, persönliche Auslöser zu erkennen und Schritte in Richtung Rauchfreiheit zu setzen. Das Angebot umfasst ärztliche Beratung, psychologische Gruppen- und Einzeltherapien sowie bei Bedarf auch medikamentöse Unterstützung, etwa durch Nikotinpflaster oder spezifische Medikamente zur Raucherentwöhnung. Gerade in der Rehabilitation bietet sich dafür ein besonders geeigneter Rahmen. Die Betroffenen setzen sich intensiv mit ihrer Gesundheit auseinander, erleben körperliche Einschränkungen oft unmittelbar und können zugleich Fortschritte durch Therapie, Training und Lebensstiländerungen erfahren. Der Rauchstopp ist dabei ein wesentlicher Beitrag, um die Lungenfunktion zu stabilisieren, Beschwerden zu reduzieren und langfristig die Lebensqualität zu verbessern.

Jeder Rauchstopp zählt
Auch wenn langjähriges Rauchen bereits Spuren hinterlassen hat, lohnt sich ein Rauchstopp in jedem Alter. Durch die Beendigung des Rauchens kann ein weiteres Fortschreiten nikotinbedingter Folgeerkrankungen gestoppt werden. Das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen nähert sich mit den Jahren nach dem Rauchstopp allmählich wieder dem eines lebenslangen Nichtrauchers an. Die Atemwege werden entlastet, Entzündungsreize nehmen ab und die körperliche Belastbarkeit kann sich verbessern. „Jede nicht gerauchte Zigarette ist ein Gewinn für den Körper. Besonders wirksam ist aber der konsequente Ausstieg", so Kai Bromm. „Professionelle Unterstützung kann dabei helfen, Rückfälle besser zu vermeiden und neue Routinen aufzubauen."

REHA Zentrum Münster
Das REHA Zentrum Münster begleitet Patientinnen und Patienten in den Bereichen Neurologie, Herz-Kreislauf, Onkologie, Atemwegserkrankungen und psychosoziale Therapie. In der pneumologischen Rehabilitation werden Menschen mit akuten und chronischen Atemwegserkrankungen medizinisch, therapeutisch und pflegerisch betreut. Ziel ist es, die Gesundheit zu stabilisieren, Belastbarkeit und Selbstständigkeit zu fördern und Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg zurück in den Alltag zu unterstützen. Die Raucherentwöhnung ist fixer Bestandteil der pneumologischen Rehabilitation. Weitere Informationen unter www.reha-muenster.at.

 

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